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Viruserkrankungen in Getreide

Viruserkrankungen in Getreide sind seit langem bekannt. Bedingt durch den milden Winter 2014/2015 gab es häufig Infektionen durch das Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV) bei Wintergerste und Winteweizen. Besonders betroffen war die Rheinebene und angrenzende Kraichgaulagen, während in kühleren Gebieten der Befall deutlich niedriger war. Der Verzwergungsvirus wird durch Blattläuse übertragen, die häufig aus Körnermaisbeständen oder von Gräsern auf die gelblich - grün wirkende Wintergerste überwechseln. Die infizierten Gerstenpflanzen „verzwergen“, werden gelb und bilden nur selten Ähren aus. Der Schaden reicht von Einzelpflanzenbefall bis zum Totalschaden. Früh gesäter Winterweizen / Winterroggen können ebenfalls durch BYDV im Herbst befallen werden. Die Symptome sind ähnlich wie bei der Wintergerste. Zusätzlich verfärben sich die oberen Blätter violett. Weizen, Roggen und Sommergerste können im Frühjahr / Frühsommer durch Blattläuse infiziert werden. Weizen / Roggen reagieren nicht mehr mit einer deutlichen Verzwergung, sondern mit Ähren, die aufrecht stehen und nur mit Kümmerkorn gefüllt sind. Oft werden sie durch Sekundärpilze frühzeitig schwarz, die Fahnenblätter werden deutlich sichtbar violett. Zur Senkung des Anbaurisikos haben sich spätere Aussaattermine im Herbst und bei Bedarf der Einsatz eines zugelassenen Insektizides ab dem 2 - 3 Blattstadium bewährt.


 

Mit (BYDV) infizierte Winterweizenpflanzen
  

linker Teil: Im Herbst 2014 gegen Blattläuse behandelt, rechter Teil ohne Behandlung


Mit (BYDV) infizierte Winerhaferpflanze


Als weiteres häufig auftretendes Virus macht das Getreidemosaikvirus (SbCMV) besonders in Wintergerste Schaden. Dieses Virus ist bodenbürdig, kann viele Jahre im Boden überdauern und wird durch den Bodenpilz Polymyxa graminis übertragen. Verbreitet wird SbCMV hauptsächlich durch Arbeitsgeräte in Bearbeitungsrichtung.
Das Schadbild zeigt Aufhellungen der Pflanzen, zuerst meist nesterweise, die in der Bearbeitungsrichtung verschleppt sind. Die jungen Blätter zeigen ein deutliches Mosaik, wenn man sie gegen das Licht hält. Letzte Sicherheit eines Befalls gibt der serologische Test, denn Aufhellungen der Pflanzen können auch durch andere Ursachen hervorgerufen werden, z.B. Staunässe, Stickstoffmangel etc.
Als Bekämpfungsmaßnahme wirkt nur die Wahl einer toleranten Sorte.







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